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    Blogbeitrag Artemis Katefidis - Herzlich Willkommen!

    Mein Name ist Artemis Katefidis, ich bin 26 Jahre alt und wohne in Wien und werde im Zuge dieses Blogs über meine Arbeit als Grundschullehrerin, oder Volksschullehrerin, wie wir es in Österreich nennen, schreiben. Da Achtsamkeit nicht nur in meinem Privatleben, sondern mittlerweile auch in meinem Berufsleben einen wichtigen Platz gefunden hat, werden sich meine Beiträge speziell um das Thema Achtsamkeit im Unterricht drehen.

    Seit ich begonnen habe Achtsamkeit im Unterricht einzubauen, hat sich viel in der Klasse und auch in der Schule getan, worüber ich natürlich auch erzählen werde. Warum? Weil ich denke, dass wir unserer Gesellschaft damit einen großen Gefallen tun, wenn wir schon unseren Kindern dieses Thema näherbringen und weil ich hoffe, dass ich Menschen inspirieren kann, mehr Achtsamkeit in ihr Leben zu integrieren.

     


    Über mich

    Momentan bin ich Lehrerin einer 3.Klasse. Aus persönlicher Überzeugung und den lebensverändernden Erfahrungen, die ich gemacht habe seitdem Achtsamkeit Teil meines Lebens ist, habe ich mich dafür entschieden auch meinen Schülerinnen und Schülern Achtsamkeit näher zu bringen. Für mich ist Achtsamkeit immer schwer zu beschreiben. Ich könnte jetzt einen tollen Spruch zitieren, der Achtsamkeit aus der Perspektive eines anderen Menschen beschreibt. Ich finde aber, dass das Spannende an Achtsamkeit ist, dass jeder sie auf seine eigene Art und Weise erlebt. Deshalb würde ich meine persönliche Erfahrung als ein andauerndes Gefühl von „Alles ist gut, so wie es ist.“ beschreiben. Ich finde es immer spannend, wenn ich höre wie andere ihr Gefühl von Achtsamkeit beschreiben ? – wie fühlt sich Achtsamkeit für dich an? Wie, wo und wann erlebst du Achtsamkeit? Was bedeutet sie für dich?

    Wie, wo was wann? – Planung, Organisation und erste Veränderungen

    Als ich begann darüber nachzudenken, wie ich dieses Thema in meinen Unterricht einbinden könnte, wurde mir klar, dass ich mir als Kind immer gewünscht hätte, Techniken, Tipps und Tricks auf Lager gehabt zu haben, um Emotionen und Eindrücke richtig einzuordnen und verarbeiten zu können. Früh entstanden durch Missverständnisse und Fehleinschätzungen Vorurteile, Ärger und Frustration. Weil ich schon bei meinen acht- und neunjährigen Schulkindern feststellte, dass es ihnen oft gleich ergeht, war mir ganz klar, dass auch sie stark von Achtsamkeitspraktiken profitieren würden. Nicht nur, weil es ihnen dabei helfen würde, aufmerksamer und konzentrierter arbeiten zu können, sondern weil es auch bestimmt positive Auswirkungen auf das gesamte Klassenklima haben würde. Also begann ich im September 2017 damit, ihnen das Wort und die Bedeutung von Achtsamkeit und natürlich den Sinn dahinter näher zu bringen. Daraus entwickelte sich eine tägliche Achtsamkeitspraxis, in der wir verschieden Achtsamkeitsübungen, Atemübungen, Körperwahrnehmungsübungen oder Fantasiereisen kennenlernten.

    Ich unterrichte an einer öffentlichen Volksschule im 8. Bezirk in Wien. In Österreich dauert die Volksschule vier Jahre. Die Schule beginnt um 08:00 Uhr und endet um 12:00 Uhr oder 13:00 Uhr. Zu Beginn, war ich mir noch nicht ganz sicher, wie ich es schaffen sollte, tägliche Achtsamkeitspraxis in die Unterrichtszeit einzuplanen, und gleichzeitig genügend Zeit zu haben, um das gesetzte Lehrziel zu erreichen. Ich entschloss mich dazu, auf mein Gefühl zu vertrauen, dass die Übungen ihre Wirkung schon zeigen würden und ich die Zeit investieren sollte. Bald wurde mein Vertrauen belohnt, als ich feststellen durfte, dass die Schülerinnen und Schüler trotz ca. 4 Unterrichtsstunden weniger mit klassischem Lernstoff, großartige Leistungen erzielten und generell fokussierter und konzentrierter arbeiteten, und genau wie ich es vermutet hatte: Nicht nur das Lernen funktionierte besser, auch das Miteinander lief reibungsloser ab als gewöhnlich. Natürlich haben wir, wie jede Klasse, unsere Ups und Downs, doch Achtsamkeit bedeutet für mich in diesem Zusammenhang auch, die Dinge so zu nehmen wie sie sind, Raum dafür zu schaffen und mit dem Gegebenen lernen umzugehen.

    Die Stadt Wien steht hinter uns: Pilotprojekt „Achtsame Schule“

    In meiner Schule gibt es neben einem Forscherschwerpunkte auch einen Kreativ- und Leseschwerpunkt. Zusätzlich wird Yoga zweimal in der Woche angeboten. Als meine Kolleginnen auf den Achtsamkeitsschwerpunkt, den ich für meine Klasse ausgewählt hatte, aufmerksam wurden, zeigte sich bald großes Interesse an dem Thema im gesamten Kollegium. Wenige Monate also nachdem die 3A(chtsamkeit), so unser Klassenname, mit täglichen Achtsamkeitsübungen startete, war die Schule von der Sinnhaftigkeit und dem Nutzen von Achtsamkeit im Unterricht so überzeugt, dass unser ganzes Kollegium sich dazu entschloss ab Herbst 2018 an einem Pilotprojekt, welches vom Stadtschulrat Wien ausgeht und unter der Leitung von Frau Mag. Helga Luger-Schreiner steht, teilzunehmen. Dieses Projekt nennt sich „Achtsame Schule“ und zielt darauf ab, dem gesamten Lehrkörper das Konzept von Achtsamkeit näher zu bringen, sie zu unterstützen eine eigene Achtsamkeitspraxis und Selbst-Mitgefühlspraxis zu entwickeln, in ihren Alltag zu integrieren und gemeinsam zu lernen, wie Achtsamkeit im Unterricht einsetzbar ist. Ich freue mich riesig auf dieses Projekt und bin unheimlich froh, dass wir als Schule die Möglichkeit haben, hier an etwas teilzuhaben, das es so noch nicht gegeben hat.

    Obwohl der Begriff „Achtsamkeit“ kein Neuer ist, findet er in Österreich doch erst langsam seinen Weg in die Klassenzimmer. Umso größer war meine Freude, als ich von dem Projekt erfuhr. Im Zuge dieses Projektes werden unsere gesamten schulinternen Lehrerfortbildungen achtsamkeitsbezogen sein. Wir werden von Frau Mag. Helga Luger-Schreiner, Certified Mindful Self-Compassion Teacher, Künstlerin, Kunstpädagogin, multimediale Kunsttherapeutin und Metta-Meditationskursleiterin, auf dem Weg zu einer „Achtsamen Schule“ begleitet werden, worüber wir uns besonders freuen. Frau Mag. Luger-Schreiner ist in wenigen Worten nicht zu beschreiben, deshalb findest du hier mehr zu ihrer Person und der vielfältigen und beeindruckenden Arbeit, die sie macht.

    Visuelle Impulse und einen kleinen Einblick in meinen Unterricht gibt es auch auf meiner Instagram-Seite. Ich freue mich über dein Feedback ?!

     

    Bis zum nächsten Mal,

     


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    Haben wir dein Interesse geweckt? Hier geht es ersten Kurs des Online-Achtsamkeitstraining von Daniel Rechtschaffen. Du bekommst Tipps zur eigenen Praxis und kannst dich im Forum mit anderen Kursteilnehmern austauschen!

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