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    Blogbeitrag Artemis Katefidis - Die 3 A(chtsamkeit) - Ein Rückblick auf ein gemeinsames Schuljahr in Achtsamkeit

    Hallo und willkommen zurück in einem neuen Schuljahr. Hier in Wien ist alles schon wieder in vollem Gange und eh man sich‘s versieht, ist auch schon wieder Semesterschluss, Ostern und kurz darauf stehen die Sommerferien schon vor der Tür. Jede Lehrerin, jeder Lehrer, Pädagogen und Pädagoginnen, auch Eltern und Kinder wissen wie schnell so ein Schuljahr verfliegen kann. Als Lehrerin meiner 4.Klasse der VS Lange Gasse in Wien ist es auch deshalb ein besonderes Jahr, weil meine Schülerinnen und Schüler nächstes Jahr neue Schulen besuchen werden und wir unser letztes gemeinsames Jahr verbringen. Genau deswegen möchte ich versuchen dieses Jahr für uns alle so zu gestalten, dass wir jeden Tag so gut wie es geht wahrnehmen, ihn aufsaugen mit allem was er mit sich bringt, ihn versuchen zu genießen, denn dieser eine Tag kommt kein zweites Mal.

    Achtsamkeit kommt mir hier wiiiieder einmal gerade recht. Schon im letzten Jahr haben die Kinder erfahren und erlebt was „achtsam sein“ bedeutet, ausgelegt auf verschiedenste Felder unseres schulischen Alltages. Wir versuchten uns nicht nur in täglichen Achtsamkeitsübungen, sondern versuchten unsere Kenntnisse auch auf ganz normale Alltagssituationen umzulegen. Was dabei rauskommen sollte, habe ich mir zu Beginn noch gar nicht so genau vorstellen können. Im Laufe des letzten Jahres wurde mir aber immer klar welche Auswirkungen die Achtsamkeitsarbeit auf meine Schülerinnen und Schüler hatte:

    Um nur einige meiner Beobachtungen zu nennen, möchte ich von einer Atemübung erzählen. Die „Wechselatmung“ stammt aus dem Yoga und soll die Aktivität der rechten und linken Gehirnhälfte ausgleichen und somit innere Ruhe und Ausgeglichenheit in unseren Körper und Geist bringen. Diese Übung ist für Kinder ganz leicht zu erlernen und durchzuführen. Vor Tests oder Referaten leitete ich die Kinder an, einige Atemzüge mittels Wechselatmung durchzuführen. Schon nach kurzer Zeit kehrte in die Klasse eine so angenehme Ruhe ein, dass die Kinder selbst ganz verwundert darüber waren. Diese Ruhe dürfte ihnen so gut gefallen haben, dass sie seitdem jedes Mal, wenn es einen Test gibt, schon gerade auf ihren Stühlen sitzen, die Augen geschlossen, die Finger in Wechselatmung-Stellung. Wenn ich die Kinder dann so sitzen sehe, bin ich einfach nur glücklich, in diesen Moment bei ihnen sein zu dürfen, ihr Vorbild sein zu dürfen und zu sehen wie sie lernen - über sich, über ihren Körper und vor allem, wie sie sich selbst etwas Gutes tun können.

    Nicht nur die Wechselatmung ist den Kindern im Gedächtnis geblieben. Immer wieder habe ich auch am Wochenende oder in den Ferien Fotos von Eltern geschickt bekommen, wie ihre 8- bzw. 9-jährigen Kinder im Lotussitz im Garten sitzen, Augen geschlossen, atmend.

    Mir ist klar, dass Kinder nicht nur Yoga, Achtsamkeit und Ruhe brauchen. Sie brauchen genauso ihr Verrücktsein, Spielen, Ausflippen, Rennen, Verkleiden, Kreischen, Schreien, Kritzeln, Hüpfen und Springen, Wüten und Toben. Alle diese Dinge sind wichtig, doch mindestens genauso wichtig ist es meiner Meinung nach, Kindern beizubringen, wie man mit schlechten Gefühlen, Angst, Stress, Unruhe oder Unwohlsein umgeht.

    Durch verschiedene Übungen die wir im vergangenen Schuljahr kennengelernt haben, sind wir so dem Thema ACHTSAMKEIT täglich ein Stück nähergekommen. In meinen folgenden Beiträgen werde ich näher auf unser Projekt „Achtsame Schule “ eingehen, sowie Übungen vorstellen, die wir gerne in unseren Unterricht einbauen.


    Danke fürs Vorbeischauen und bis zum nächsten Mal,

     

    1 Kommentar

    • Kommentar-Link Sybille Roszner Dienstag, 21 Mai 2019 07:46 gepostet von Sybille Roszner

      Liebe Artemis!

      Bin auf dieser Seite sanft gelandet und hängen geblieben. Super, fein.
      Ich erinnere mich noch an Ihr/dein Bachelorthema. So nehmen also die Dinge ihren Lauf.

      Ich habe an der PH eine Lehrveranstaltung (self-leadership), die sich der Thematik "Achtsamkeit" widmet
      und in der ich die eine oder andere Übung mit den Studierenden mache bzw. wir uns mit dem Begriff auseinandersetzen.

      Alles Liebe und Gute weiterhin!

      Herzlichen Gruß
      Sybille (Roszner)

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