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    Besuch aus Italien!

    Gastbeitrag l Unbezahlte Werbung. Artemis Katefidis, Volksschullehrerin aus Wien, hatte Besuch aus Italien!

    Die 4A(chtsamkeit) hatte Besuch aus Italien! Paola Bortini, Mitgründerin von LIMINA (Lernen im Wandel) besuchte uns mit einer Kursgruppe aus Milan. 6 Lehrerinnen und Lehrer aus ganz Europa machten im Zuge ihres „Mindfulness in Education“-Kurses einen Abstecher nach Wien, um dort die Möglichkeit zu haben, „Achtsamkeit in Aktion“ zu sehen. Ich hatte das Glück, Paola bei einem Achtsamkeitsseminar in Wien kennenzulernen, und als sie von meiner Arbeit hörte, schlossen wir uns zusammen. Heute versuche ich für euch zu beschreiben, was unsere Besucher in der 4A erlebt haben. Viel Spaß beim Lesen!

    Vom ersten Eindruck

    Schon bevor du ins Klassenzimmer eintrittst, siehst du die Lehrerin, die bereits lächelnd auf dich wartet, dir die Hand entgegenstreckt und dir einen guten Morgen wünscht (wer eine Umarmung möchte, bekommt natürlich eine Umarmung!). Du nimmst den leichten Zitronenduft wahr, der sanft aus dem Diffuser strömt, welcher dabei langsam die Farben verändert. Die Fenster sind geöffnet, helles Licht strahlt von draußen durch die Bäume hindurch auf die Tische im Klassenzimmer. Du hörst ganz leise Yoga/Meditationsmusik aus dem Radio. An der Tafel steht in bunten Farben sowohl der Stundenplan, als auch eine „Ankommens-To-do-Liste“, welcher du entnimmst, was für den Stundenbeginn vorzubereiten ist bzw. findest du dort auch Erinnerungen wie „HÜ abgeben, Unterschrift zeigen, Kleber und Schere herrichten“, etc. Du erledigst alles, sagst kurz „Hallo“ zu deinen Freundinnen und Freunden, begibst dich dann aber recht bald auf deinen Platz, um dort körperlich wie geistig anzukommen, bevor der Unterricht beginnt. In den nächsten 10-15 Minuten hast du Zeit noch etwas zu essen, zu malen, dein Lieblingsbuch zu lesen oder dich einfach noch ein bisschen zu entspannen. Erst wenn alle Kinder angekommen sind, beginnt der Unterricht.

    Der achtsame Morgenkreis

    Bevor du dich im Morgenkreis hinsetzt, machst du noch kurz ein paar Bewegungsübungen, wie den Körper auszuklopfen, oder ein paar Hampelmänner, Kniebeugen, das darfst du oder deine MitschülerInnen entscheiden. Anschließend geht es auf den Teppich, in den Morgenkreis. Im Morgenkreis hast du die Möglichkeit mitzuteilen, wie es dir heute geht, ob es etwas gibt, das deine Mitschülerinnen und Mitschüler heute beachten sollten, oder du kannst auch einfach nur zuhören. Wer gerade spricht, darf das „Redesymbol“ halten, welches immer ein anderes sein kann (Massageball, Schneekugel, Rubick's cube, Jonglierball, etc.). Bevor wir uns ans Lernen machen, machen wir eine kurze Achtsamkeitsübung. Nur wenn du möchtest. Wenn nicht, darfst du es dir auf deinem Platz gemütlich machen, ein Buch lesen, dich ausruhen. Oder du bleibst im Kreis, und tust einfach so als würdest du mitmachen – das geht auch :). Du setzt dich oder legst dich bequem hin, schließt deine Augen (wenn du möchtest) und versuchst zunächst die Berührungspunkte deines Körpers an Boden, Wand oder Sessel zu spüren. Du scannst deinen Körper und gehst auf die Suche nach allem was du in dir wahrnehmen kannst. Anstatt alles von außen aufzunehmen, zuzuhören und all die Dinge zu tun, die von dir den restlichen Tag gefragt sind, kannst du jetzt einfach mal spüren, fühlen, in dich hineinschauen. Was gibt es da heute zu entdecken? Wärme, Kälte? Schneller Atem, langsamer Atem? Aufgeregt oder niedergeschlagen? Munter oder müde? Alles was da ist, DARF da sein!

    Nach einigen Minuten hörst du ein Glockenspiel. Du kannst deine Augen wieder öffnen, dich strecken, dehnen und bewegen. In einer kurzen Feedbackrunde hast du noch die Möglichkeit zu erzählen, wie es dir bei der Übung ergangen ist. Und dann geht’s zurück auf den Platz. Dadurch, dass du dir auch nur kurz Zeit für deinen Körper, deine Gefühle und Gedanken genommen hast, ist jetzt viel mehr Platz für Neues. Nun kann das Lernen losgehen!

    Ich hoffe, dass euch der kleine Einblick in unsere Morgenroutine gefallen hat und würde mich natürlich riesig über Feedback freuen. Besonders interessieren würde mich, ob auch Ihr bestimmte Rituale am Morgen habt, um für eure Kinder einen angenehmen Start in den Tag zu gestalten.

    Hinterlasst mir einfach ein Kommentar!

    Bis zum nächsten Mal,

    Foto: Rodrigo Kugnharski

    Infos zur Autorin:

    Mein Name ist Artemis Katefidis, ich bin 26 Jahre alt, wohne in Wien und werde im Zuge dieses Blogs über meine Arbeit als Grundschullehrerin, oder Volksschullehrerin, wie wir es in Österreich nennen, schreiben. Da Achtsamkeit nicht nur in meinem Privatleben, sondern mittlerweile auch in meinem Berufsleben einen wichtigen Platz gefunden hat, werden sich meine Beiträge speziell um das Thema Achtsamkeit im Unterricht drehen. Mehr zu mir und meinem Achtsamkeits-Alltag in der Schule findet ihr auch auf Instagram.

    Weiterer Blogbeitrag von Artemis: Die 3 A(chtsamkeit) - Ein Rückblick auf ein gemeinsames Schuljahr in Achtsamkeit

    Weitere Informationen und Inspirationen für euch von Artemis, viel Freude beim Stöbern!

    LIMINA – Leben im Wandel

     

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    Haben wir dein Interesse geweckt? Hier geht es ersten Kurs des Online-Achtsamkeitstraining von Daniel Rechtschaffen. Du bekommst Tipps zur eigenen Praxis und kannst dich im Forum mit anderen Kursteilnehmern austauschen!

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